Mängelliste – und was daraus wurde

Diese Liste wird aktualisiert und verbessert, soweit Grund dafür besteht.

Die Lebensbedingungen in den Wohncontainern sind so nicht tragbar:

Die Container sind sehr klein. Die Container 1 – 7 haben keine Doppeltüren, d.h. die Wärme entweicht, sowie die Tür aufgemacht wird. Das Umziehen in besser Container innerhalb des Platzes ist auch bei Freiwerden nicht erlaubt.

Es gibt seit Anfang November einen Gemeinschaftsraum für 120 Menschen – unterschiedlicher Interessen auf Grund von Ethnie und Alter. Konflikte sind vorprogrammiert

Die Sanitäranlagen sind nicht trockenen Fußes zu erreichen. Einige Menschen, insbesondere Kinder haben sich nach dem Duschen bereits erkältet.  Am 17.10. wurde die erste Person mit Lungenentzündung ins Krankenhaus gebracht.  Am 9.12. wird eine Überdachung gebaut.

Die Heizungen sind teilweise nur stufenlos regelbar.

Die Küchen sind nicht ausreichend. Es gibt lediglich 8 Herdplatten für 60 Menschen. Arbeitsfläche ist quasi keine vorhanden. Die Backöfen wurden erst drei Wochen nach Einzug  angebracht. Es wird über Schwund geklagt.

Schuhe, Kinderwagen, Fahrräder, Spielsachen haben keine Unterstellmöglichkeit und werden bei Regen naß.

Es gibt leider immer noch nur einen Briefkasten für alle 120 Personen. Die Post wird täglich verteilt. Bei Abwesenheit wird der Brief in den Container gelegt. Die Heimleitung hat einen Schlüssel. Es wurde bereits beobachtet, dass die Flüchtlinge die Briefe selbst herausfingern.

Als Gemeinschaftsunterkunft muss die Sauberkeit der sanitären Anlagen zentral geregelt werden. Dies ist bislang nicht vorgesehen.

Inzwischen gibt es drei Waschmaschinen und drei Trockner. Vorher mussten die Menschen die Wäsche in ihren Containern trocknen. Hierfür gibt es jedoch quasi keinen Platz. Des Weiteren findet kein Feuchtigkeitsaustausch in den Containern statt. Muss dort auch noch Wäsche getrocknet werden, ist Schimmelbildung vorprogrammiert.

Es gab bereits mehrere Stromausfälle. Viele haben sich Wasserkocher angeschafft, um sich warmes Wasser im Wohncontainer zu machen. Wenn alle gleichzeitig Wasser kochen, fällt der Strom aus. Die niedrige Stromabsicherung hindert auch das Landratsamt als zuständige Einheit „richtige“ Starkstromherde aufzustellen.

Unter diesen Bedingungen leben auch schwerstkranke Kinder und Erwachsene, einige Schwangere. Von Seiten der Kirchen laufen bereits Bemühungen, Schwerstkranke anderswo unterzubringen. Die Familien mit kleinen Kindern werden nach und nach in andere Unterkünfte untregebracht. Das familienfreundliche Umfeld ist leider nicht mit der Wohnsituation kompatibel.

Die Flüchtlingshilfe K4 hat Kontakt zum Landkreis aufgenommen. Bislang wurden wir von dort nicht kontaktiert. Inzwischen wurden wir zum Ehrenamtstag eingeladen. Die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen wurde als wichtiges Standbein gesehen.

Selbst  für momentan „noch“ gesunde Menschen sind die Verhältnisse nicht tragbar. Abgesehen von den Unterkünften, in welchen die Menschen „festsitzen“, könnten sich zeitnah Probleme durch Mischen verschiedenster Kulturen ergeben und insbesondere auch durch Leben auf engstem Raum. Hier werden Aggressionen hausgemacht.

Wie konnte die Situation so entstehen und wie können, gemeinsam mit dem Landkreis, nun bessere Bedingungen für die Menschen geschaffen werden?