Fachtag für ehrenamtlich Mitarbeitende

Fachtag für ehrenamtlich Mitarbeitende in der Flüchtlingsarbeit am 07.04.2016 im Diakonischen Werk Württemberg.

Einladung Fachtag 07 04 16

Anmeldeformular
Wegbeschreibung zum DWW
Der Fachtag wendet sich dieses Mal nur an Menschen, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagieren.

Es werden keine juristischen Vorkenntnisse erwartet. Der Fachtag ist deshalb Ehrenamtlichen vorbehalten, die neu in der Arbeit sind oder sich künftig engagieren wollen.

Ihre Anmeldung erbitten wir bis spätestens 17.03.2016 mit beigefügtem Anmeldeformular an: migration@diakonie-wuerttemberg.de

Bitte beachten Sie, dass keine Anmeldebestätigungen verschickt werden.

Ottmar Schickle
Flüchtlingsreferent
Diakonisches Werk Württemberg
Abteilung Migration und internationale Diakonie
Heilbronner Strasse 180
70191 Stuttgart
schickle.o@diakonie-wue.de
Telefon: 0711 1656-283
Telefax: 0711 165649-283

Ein Blick über den Tellerrand, Kulturmenü in der Alten Seegrasspinnerei

IMG_3262Es ist 17.00. Seit Stunden herrscht in der Küche der Kulturkantine Hochbetrieb. Es wird gebacken, gebraten, gedünstet und gekocht. Berge von Petersilie müssen fein gehackt werden, Gerüche von Kardamon, Zimt, Nelken, – irgendwie wie Weihnachten und doch so ganz anders. Am Tisch sitzen 2 Schülerinnen der Albert-Schäffle-Schule auf dem Saer und pauken fürs Abi. Sie sind wie so viele zum Helfen gekommen und nutzen die Zeit vor dem Sturm um ein paar Vokabeln zu wiederholen.

Punkt 19.00 platzt die Kantine aus allen Nähten. Geflüchtete, Ehrenamtliche und BesucherInnen rücken Stühle, machen Platz für immer mehr Menschen. Das Essen duftet köstlich. Humus, Petersiliensalat, verschiedene Sorten Reis mit Hähnchen und Kalb, Kartoffelteilchen, arabische Pizza, alles hallal versteht sich.

Das Essen ist schnell unter den Menschen verteilt, die Stimmung ist ausgelassen. Arabische Musik dröhnt aus der Anlage, die Syrer beginnen bereits zu tanzen. Das geplante Programm wird schnell über den Haufen geworfen, die Bühne geöffnet für musikalische Beiträge. Gemeinsam wird gesungen und getanzt.

Die Veranstaltungsreihe „Über den Tellerrand“ ist ein Teil des Projekts „Gemeinsam in Vielfalt“ und dient dazu, einzelnen Flüchtlinge eine Plattform zu bieten, in dem sie ihr Können und  ihre Kultur vorstellen können und so dazu beitragen, dass sie an der Gesellschaft teilhaben und mitwirken. An jedem dritten Mittwoch im Monat soll es einen thematischen Länderkochabend in der Alten Seegrasspinnerei geben. Letztes Mal war Balkan, nächstes Mal wird es Gambia sein. Die Organisatoren – eine Kooperation des Trägervereins Freies Kinderhaus und dem Netzwerk der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit (NFANT) –  freuen sich auf Mithilfe und BesucherInnen!

Für die nächsten Abende suchen sie noch Menschen,  die sich vorstellen können ein Kulturdinner mit zu gestalten. Interessierte können sich an juwe@tvfk.de wenden.

K4-Treffen

Café International: Jeden Dienstag zwischen 16 und 18 Uhr in der KulturKantine.

Die „große Runde“ für die Kanalstraße trifft sich wieder am 29.2.2016

Der Spercherkreis trifft sich eine Woche vorher und nimmt Anregungen für die TOPs entgegen.

Wertschätzungsabend

Freundliche Einladung des Oberbürgermeisters Otmar Heirich zum Wertschätzungsabend, wie auch schon in der Nürtinger Zeitung erschienen:

„Liebe Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit,

seit Monaten beschäftigt der Flüchtlingsstrom nach Deutschland viele Menschen. Manche diskutieren darüber, viele packen einfach mit an, um den Flüchtlingen den Start in ihrer neuen Heimat zu erleichtern. Auch Sie gehören zu denjenigen Menschen, die sich ehrenamtlich zum Wohle der Flüchtlinge engagieren und viel Zeit investieren. Dadurch wird einmal mehr das hohe ehrenamtliche Engagement in der Stadt Nürtingen deutlich. Ihren Einsatz schätze ich sehr und möchte mich dafür bedanken.

In einem wunderschönen Rahmen heiße ich Sie am Montag, 15.02.2016, 18.30 Uhr, herzlich willkommen. Ich lade Sie in die Ausstellung Dalí-Miró in der Kreuzkirche am Schillerplatz zu einer kleinen Wertschätzungsfeier ein. Selbstverständlich haben Sie dabei auch die Möglichkeit, in Ruhe die Ausstellung anzuschauen.“

„Über den Tellerrand“ – Kulturdinner

Einmal im Monat wird groß aufgetischt! Gemeinsam mit geflohenen Menschen und Freiwilligen erstellen wir ein kulturelles Buffet aus Essen, kul- turellen Beiträgen, Lageberichten aus der Ländern und Kulturen. Hier kann man Neuem begegnen, nicht nur kulinarisch. Bon Appétit!

Eintritt: Um Spenden wird gebeten!

//20.01.2016_19.00 KULTURDINNER ROMA Essen vom Balkan nach Art des Hauses der KöchInnen, ein Reisebericht  durch die „sicheren Herkunftsländer“ auf dem Balkan und Anderes.

//17.02.2016_19.00 Kulturdinner Syrien Ein syrischer Koch und sein Kochteam laden ein, landesspezifische Spezia- litäten zu genießen.

//16.03.2016_19.00 Kulturdinner GAMBIA Der Verein NAMEL E.V. lädt ein zum Kulturdinner Gambia, es gibt lecker Essen und jede Menge nettes Beiwerk.

„Café International“

Das wöchentliche „Café International“ der Alten Seegrasspinnerei in Nürtingen, Plochingerstrasse 14 ist jeden Dienstag, auch am 29.12. und am 05.01. 2016 von 16 bis 18 Uhr für Flüchtlinge, neue und alte Nachbarn und interessierte Besucher zu Kaffee und Kuchen geöffnet. So gibt es die Gelegenheit, sich kennenzulernen und sich auszutauschen.

Auch Sach- und Kleiderspenden können getauscht und angeboten werden.
Getragen wird dies von Ehrenamtlichen aus dem Netzwerk der Flüchtlingsarbeit und  der KulturKantine Alte Segrasspinnerei, sowie durch die Maßnahme „Gemeinsam in Vielfalt“.

Die Ehrenamtliche freuen sich auf Kuchenspenden, die immer Dienstags ab 15.00 Uhr abgegeben werden können.

Balkan Express

innerhalb der Friedenswochen – Eine-Welt-Tage kam der Balkan Express auch in Nürtingen zum stehen – und riss mit seinem Temperament alle in der Kreuzkirche mit!
balkan
Musiker des Balkan Roma Express spielten Lieder ihrer Heimat

Von Heinz Böhler

NÜRTINGEN. Schwarzes Haar und schwarze Augen – das, so sagt es die Hymne eines Volkes ohne Land, sind die (äußeren) Kennzeichen der Roma. Auf die sechs jungen Männer, die am Freitagabend die Bühne der voll besetzten Kreuzkirche betraten, um dort im Rahmen der Nürtinger Friedenswochen die Musik jenes einstigen Nomadenvolkes zu zelebrieren, traf diese Kennzeichnung jedenfalls zu. Begleitet von ihrem Mentor Dr. Jörg Braunert begeisterte die vor einem halben Jahr in Radolfzell gegründete Band Roma Balkan Express mit den von zwei Trompeten, ebenso vielen Tenorhörnern und einem Saxofon samt Schlagzeug eindrucksvoll intonierten Liedern ihrer Heimat im Südosten Europas.
Da sie in Serbien nicht als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft akzeptiert werden, hatten Dragan, Martin, Cile und ihre Mitmusiker beschlossen, sich der alltäglichen Diskriminierung in Serbien, Mazedonien und Montenegro durch Flucht zu entziehen. Da kannten sich die sechs Musiker aber noch gar nicht. Erst durch Vermittlung des Freundeskreises Asyl in Radolfzell fanden zunächst acht Musiker zusammen, bekamen sie Musikinstrumente auf Leihbasis oder aus Spendenaktionen zur Verfügung gestellt und begannen im Raum Bodensee ihre mittlerweile viel beachtete Karriere.
Als „Volksmusik, wie sie authentischer gar nicht sein könnte“ bezeichnete der Konstanzer Musikwissenschaftler und renommierte Jazzsaxofonist Bernd Konrad die Musik der nach Abschiebungen leider auf sechs Mann reduzierten Band. Das dürften seit Freitag rund zweihundert Nürtinger, die sich zu dem Konzert des Sextetts in die Kreuzkirche begeben hatten, ebenfalls unterschreiben. Selbstverständlich geht es bei dem Spiel der sechs jungen Männer zu keinem Zeitpunkt um instrumentale Virtuosität. Musikalisch ist es bodenständiges Handwerk und solide Traditionspflege, wenn die in serbischer oder Roma-Sprache intonierten Lieder von Liebe und Leid, von Frühling und Tod erzählen. Jörg Braunert und Trompeter Dragan übersetzen so gut es eben geht, sodass man eine Ahnung davon bekommt, wie so ein Dorffest der Roma auf dem Balkan abläuft.
Die Geschichte von einem verlorenen Schaf lädt zu einem ausgelassenen Spiel mit viel Geblöke ein, bevor „Djelem, Djelem“, die Hymne der Roma, vom Massaker der kroatischen Hitler-Unterstützer Ustascha an den Roma erzählt, aber auch von der neuen Zeit, in der sich die Roma auf der breiten Straße zusammenfinden. Den Anfang dazu machte ein in Nürtingen lebender Rom, der plötzlich mit einer großen Pauke um den Bauch auf die Bühne stieg und sich nahtlos, jedoch als deutlich hörbare Bereicherung des Gesamtklanges in das Bühnengeschehen einfügte.
Allerdings wurde das ohne Pause durchlaufende Konzert für den weniger geübten Zuhörer mit der Zeit doch etwas anstrengend. Zwei volle Stunden geballtes Blech auf die Ohren wollen erst mal verdaut werden. Da traf es sich gut, dass der Roma Balkan Express auch andere Haltestellen anfuhr. Israel zum Beispiel, wo mit „Hava Nagilah“ auch eine Art Hymne zustieg, oder Italien, das dem abfahrenden Zug ein klares „Bella Ciao“ nachrief. So war es kein Wunder, dass bei der folgenden Blechbläser-Version von „Lambada“ den Zuhörern das Herz auf und auf der Bühne noch einmal kräftig die Post abging.
Veranstalter:  NETZWERK FLÜCHTLINGSARBEIT NÜRTINGEN in Kooperation mit dem KULTURAMT NÜRTINGEN

Geballtes Blech auf der Bühne der Kreuzkirche, Nürtingen am 6.11.2015: der Balkan Roma Express Foto: heb
Mit freundlicher Erlaubnis der Nürtinger Zeitung

Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz

Mitgeteilt durch den http://www.asyl-bw.de/ 
Die Anwälte berichten:
uns erreichen immer wieder Anrufe von ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer*innen und Asylsuchenden, die befürchten, kurz vor ihrer Abschiebung zu stehen wegen der neuen Gesetze.

Das Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz, das am 24.10.2015 in Kraft getreten ist, beinhaltet zwar tatsächlich keinerlei Maßnahmen zur Beschleunigung der Asylverfahren, bewirkt aber mit seiner Verkündigung und Beschreibung in den Medien ganz offenbar viele Gerüchte und Panikmache.

Es ist nicht neu, daß die Politik immer wieder verkündet, man wolle schneller und rigoroser abschieben. Bei den Flüchtlingen aus den Westbalkanstaaten findet das ja auch schon länger statt, wenn diese nicht freiwillig ausreisen.

Wir stellen aber fest, daß sich nun sogar schon Anerkannte fürchten (wenn sie keinen Flüchtlingsstatus, sondern „nur“ ein Abschiebungsverbot erhalten haben) und auch Asylsuchende im noch laufenden Asylverfahren (die noch gar keine Anhörung und schon gar keinen Bescheid erhalten haben).

Bitte beruhigen Sie die Asylsuchenden:

1.
Asylsuchende im noch laufenden Verfahren können nicht einfach abgeschoben werden. Sie erhalten zunächst einen Bescheid des Bundesamtes – gegen den auch noch Rechtsmittel eingelegt werden können. Außerdem dauern die Asylverfahren für die meisten Herkunftsländer (außer Syrien, Irak, Eritrea, Westbalkan) gerade zwei bis drei Jahre.

2.
Asylbewerber können nur im Dublin-Verfahren mit einem schlichten LaissezPasser/Reisepapier abgeschoben werden (also nur in einen anderen Dublin-Staat). Auch sie müssen aber zunächst einen Dublin-Bescheid erhalten, gegen den sie Rechtsmittel einlegen können.
Geflüchteten, die in einem anderen Dublin-Staat ihre Fingerabdrücke abgegeben haben, empfehlen wir grundsätzlich eine  anwaltliche Beratung.

3. Wichtig:
Abgelehnte Asylsuchende mit Duldung können in der Regel nur mit einem Paß in ihr Herkunftsland abgeschoben werden.
Betroffen ist hier überwiegend die große Gruppe geduldeter Afghanen.  Wir rechnen damit, daß hier tatsächlich ein größerer Druck (zur Paßbeschaffung und Ausreise) aufgebaut wird – der Druck ist aber nicht neu.

Für afghanische Alleinerziehende/Familien mit minderjährigen Kindern besteht ein Abschiebungsstopp! Außerdem bekommen diese mittlerweile alle mindestens ein Abschiebungsverbot im Asylverfahren.

Allen Afghanen, die ihre Pässe bereits abgegeben haben, empfehlen wir eine anwaltliche Beratung.
Allen anderen raten wir zunächst davon ab, einen Paß zu beantragen oder abzugeben (und raten auch hier zu einer anwaltlichen Beratung).

Es gibt nach einer Ablehnung im Asylverfahren noch eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten, den Aufenthalt zu sichern, und dies kann in einer anwaltlichen Beratung geklärt werden